HTML-Einführung
von Hubert Partl,
September 1997
Ein kleines Lexikon zu WWW und HTML
WWW ist ein Informationssystem,
das einen bequemen Zugriff auf Informationen,
die auf vielen verschiedenen Computern gespeichert sind,
in der Form von
Hypertext- und
Hypermedia-Links
ermöglicht.
Der Zugriff erfolgt nach dem Prinzip von
Server
und
Client
über das
Internet
mit dem Protokoll
HTTP.
Text-Informationen werden auf den
WWW-Servern
in der Form von
HTML-Files
gespeichert.
Außerdem können auch Bilder, Töne, Videos
und beliebige sonstige Files
über das WWW übertragen werden,
und es können Programme gestartet
und Benutzer-Eingaben verarbeitet werden.
WWW wurde am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf
entwickelt und wird vom
W3-Consortium
weiter entwickelt.
Der Name bedeutet so etwas wie ein "weltweites Spinnennetz".
(siehe auch Geschichte
und Referenzen)
Das Internet ist das umfangreichste Computer-Netzwerk
der Welt.
Es verbindet mehrere Millionen Computer (einschließlich PCs)
und mehrere zehn Millionen Menschen.
Der Name kommt von "Interconnected Networks" (verbundene Netze);
das Internet ist ein Zusammenschluß von vielen
lokalen, nationalen und internationalen Computer-Netzen,
die alle das Protokoll TCP/IP verwenden und die jeweils
lokal, nicht über eine Welt-Zentrale, verwaltet werden
("Domains").
Das Internet unterstützt viele verschiedene Services.
Die wichtigsten sind:
"Information Highway", "Daten-Autobahn", "Infobahn"
und dergleichen sind populäre Bezeichnungen
für die Pläne zu einem weltumspannenden Netz
von leistungsfähigen Verbindungen,
die für viele verschiedene private und kommerzielle Zwecke
genutzt werden sollen.
Die zum Teil noch recht vagen Vorstellungen zielen auf etwas
wie eine Vereinigung von
Internet,
Telephon, Video-Konferenzen, Kabel-Fernsehen, Video-Verleih,
Tele-Arbeit, Tele-Shopping und ähnlichen Services.
(siehe auch Geschichte)
Server (Verkäufer, Bedienender) sind die Computer, auf denen die Informationen gespeichert sind. WWW-Server laufen meistens auf Unix-Rechnern und werden auch als HTTP-Dämonen bezeichnet. Es gibt mehrere solche Software-Produkte, sowohl public domain als auch kommerziell.
Clients (Kunden) sind die Benutzer, die Informationen haben wollen. Client-Programme sind die Programme, mit denen die Benutzer von ihren eigenen Rechnern (PCs) aus auf die Informationen, die auf den Servern gespeichert sind, zugreifen. WWW-Client-Programme werden auch als Web-Browser bezeichnet.
Als Web-Browser bezeichnet man
Client-Programme
für den Zugriff auf
WWW-Server.
Es gibt viele verschiedene solche Programme,
sowohl public domain als auch kommerziell.
Die meisten laufen
auf einer graphischen Benutzeroberfläche
mit Maus oder Touch-Screen.
Spezielle Browser-Programme können die Informationen auch
in Zeilen-orientiert oder in Blindenschrift oder akustisch
(als gesprochene Texte)
oder in Form von dreidimensionalen Virtual-Reality-Szenen
darstellen.
Die meisten Web-Browser unterstützen nicht nur den Zugriff auf
WWW-Server
sondern auch auf andere
Internet-Services
wie Telnet, FTP,
Gopher,
Hyper-G,
sowie mit Einschränkungen auch
Electronic Mail und Usenet News.
(siehe auch Geschichte
und Referenzen)
Als Web-Page (Netz-Seite) bezeichnet man ein im WWW veröffentlichtes HTML-File.
Der Begriff Home-Page bedeutet diejenige Web-Page, bei der ein Benutzer den Zugriff auf das WWW beginnt, bei der er also "zu Hause" ist. Dies wird von jedem Benutzer in seinem Web-Browser konfiguriert (siehe auch Lesezeichen (Bookmarks)). Oft wird dafür die Startseite der eigenen Universität bzw. Firma verwendet. Das Wort Home-Page wird deshalb manchmal auch fälschlich für die Startseite eines Informationssystems oder Web-Servers verwendet, die für Besucher dient, die dort nicht "zu Hause" sind.
Mit dem Begriff Startseite (Einstiegsseite, Leitseite, Welcome-Page, Index-Page) wird diejenige Web-Page bezeichnet, bei der die Leser, Gäste, Besucher, den Zugriff auf einen bestimmten Satz von Informationen oder auf einen ganzen Web-Server beginnen sollen (falls sie nicht mittels Suchhilfen oder Lesezeichen direkt zu den Einzelinformationen springen). Manchmal wird dafür auch die nicht zutreffende Bezeichung Home-Page verwendet.
Unter Hypertext versteht man Texte mit Querverweisen,
die ähnlich wie in einem Lexikon
oder in einer Literaturliste
die Verbindung zu weiteren Informationen herstellen.
Im
WWW
werden solche Verweise mit der Hilfe von
URLs
realisiert.
Bei Hypertext-Dokumenten gibt es nicht (wie bei Druckwerken)
eine einzige, lineare Lesereihenfolge,
sondern die Leser können jede Einzelinformation
über viele verschiedene Wege und
von vielen verschiedenen Stellen aus erreichen.
Mit Hypermedia bezeichnet man Multi-Media-Systeme (Texte, Bilder, Töne, Video-Sequenzen) mit Querverweisen wie bei Hypertext.
HTTP ist das Protokoll, nach dem die Informationen zwischen WWW-Servern und WWW-Clients über das Internet übertragen werden. Es gibt auch ein "Secure HTTP" (siehe SSL).
HTML ist das Format, in dem die Text- und Hypertext-Informationen im WWW gespeichert und übertragen werden.
Style-Sheets bieten eine gute Möglichkeit, die Darstellung des Inhalts von Web-Pages in einem einheitlichen und konsistenten Layout zu bewirken. Neuere Web-Browser (ab 1997) unterstützen zumindest teilweise Style Sheets im Format CSS1.
CSS1 ist ein vom
W3-Consortium
definiertes Format für
Style-Sheets.
(siehe Referenzen)
SGML ist ein System und eine Sprache,
in der Markup-Sprachen wie z.B.
HTML
definiert werden können.
(siehe Geschichte)
PostScript ist eine von der Firma Adobe entwickelte Seitenbeschreibungssprache. Im Gegensatz zum logischen Markup von HTML, das eine Anpassung der Darstellung an den Client ermöglicht, wird mit PostScript das Aussehen der Dokumente (Texte und Bilder) in allen Details festgelegt.
Mit dem ebenfalls von Adobe entwickelten Format PDF
können
PostScript-Dokumente
mit
Hypertext-Links
versehen und im
WWW
gespeichert und übertragen werden.
Dies kann eventuell als Alternative zu
HTML
eingesetzt werden,
wenn das genaue Aussehen der
Web-Page
wichtiger ist
als die flexible Anpassung an den jeweiligen
Client.
PDF-Files können
mit kostenlos verfügbaren Client-Programmen
(z.B. Acrobat Reader) gelesen
und mit kostenpflichtiger Software (Acrobat-Writer) erstellt
werden.
VRML ist eine zu HTML ähnliche Hypermedia-Sprache für die Speicherung und Übertragung von dreidimensionalen Virtual-Reality-Szenen im WWW, Gopher oder Hyper-G.
URL ist die "Adresse", die das Client-Programm benötigt, um eine bestimmte Information vom jeweiligen Server-Computer zu erhalten. Der URL enthält zu diesem Zweck Informationen wie die Art des Zugriffs (Protokoll), die Adresse des Server-Computers (Hostname), eventuell mit einem Username und Paßwort oder einer Port-Nummer, und das Directory und den Filenamen der Datei, in der die gewünschte Information gespeichert ist, sowie eventuell die Stelle innerhalb der Datei oder die Parameter für ein CGI-Programm oder für einen Suchvorgang.
CGI-Programme sind Programme oder Shell-Scripts, die auf dem WWW-Server laufen, eventuelle Daten-Eingaben des Clients verarbeiten und die Ergebnisse im HTML-Format an den Client-Rechner senden.
Java ist eine plattformunabhängige objekt-orientierte
Programmiersprache.
Im Gegensatz zur Ausführung von
CGI-Programmen
auf dem
Server-Computer
ermöglicht Java auch die Ausführung
von Aktionen (Programmen, "Applets") auf dem
Client-Rechner
und ist mit allen für diesen Zweck
notwendigen Sicherheitsmechanismen ausgestattet.
Java wurde von der Computer-Firma Sun entwickelt und
wird von mehreren neueren
Web-Browsern
(ab 1996/97) unterstützt.
Der Name stammt von einer amerikanischen Bezeichnung
für Kaffee.
JavaScript ist eine von der Firma Netscape erfundene einfache Skript-Sprache zur Ausführung von bestimmten Aktionen innerhalb des Netscape-Browsers. Im Gegensatz zu Java ist diese Sprache weder plattformunabhängig noch mit den notwendigen Sicherheitsmechanismen ausgestattet.
Active-X ist eine von der Firma Microsoft erfundene einfache Skript-Sprache zur Ausführung von bestimmten Aktionen innerhalb des Microsoft-Web-Browsers Internet-Explorer. Im Gegensatz zu Java ist diese Sprache weder plattformunabhängig noch mit den notwendigen Sicherheitsmechanismen ausgestattet.
SSL (Secure Socket Layer) und das Protokoll SHTTP (Secure HTTP) ermöglichen die abhör- und fälschungssichere Übertragung der Informationen zwischen Web-Browser (Client) und Web-Server.
SSI ermöglicht die automatische Veränderung des Inhalts von Web-Pages (HTML-Files) am Web-Server.
Dynamische HTML ermöglicht die Veränderung der Darstellung von Web-Pages (HTML-Files) in Abhängigkeit von Aktionen des Benutzers direkt im Web-Browser.
Gopher ist ein Informationssystem,
das vor dem Siegeszug des
WWW
weltweit verwendet wurde.
Gopher ermöglichte
einen bequemen Zugriff auf Informationen,
die auf vielen verschiedenen Computern gespeichert waren,
in einer hierarchischen Struktur
von Directories (Menüs) und Files (Informationen)
Der Zugriff erfolgte nach dem Prinzip von
Server
und
Client
über das
Internet
mit dem Gopher-Protokoll.
Gopher wurde an der Universität von Minnesota
entwickelt.
Der Name kommt von der Beutelratte,
dem "Nationaltier" und Spitznamen von Minnesota.
Hyper-G ist ein Informationssystem, das Eigenschaften von
Gopher
und
WWW
vereinigt.
Es unterstützt hierarchische Strukturen von
Hypertext- und
Hypermedia-Files
sowie Stichwort- und Volltext-Suchen in diesen Strukturen
("Collections").
Hyper-G-Server können als spezielle
Web-Server
für komplexe Informationssysteme
eingesetzt werden.
Hyper-G wurde an der Technischen Universität von Graz
entwickelt und wird von der Firma HyperWave vertrieben.
Der Name ist aus "Hypermedia" und "Graz" zusammengesetzt.
Die Gesamtheit der über das
Internet
und im
World Wide Web
verfügbaren Informationen und Services
ist so umfangreich und vielfältig und unüberschaubar,
daß Suchhilfen für das Auffinden von Informationen
notwendig sind.
Es gibt mehrere verschiedene Suchhilfen mit Datenbanken, die
Stichwort- oder Volltext-Suchen
entweder im gesamten Netz
oder nur in bestimmten Regionen oder Servern
oder für bestimmte Themengebiete ermöglichen.
Sie werden oft als
die Spinnen im weltweiten Spinnennetz ("Spider" oder "Crawler"),
Erntemaschinen ("Harvester"),
Informationsmakler ("Broker")
oder einfach nur als Suchmaschinen ("Search Engines") bezeichnet.
Immer wieder werden neue Suchhilfen entwickelt, und
es gibt auch schon Hilfsmittel zum Auffinden der Suchhilfen
(siehe Referenzen).
Lesezeichen (meist als "Bookmarks", "Hotlists" oder "Favorites" bezeichnet) sind so etwas wie eine persönliche Suchhilfe: Der Benutzer speichert darin die Adressen von Informationen, die er interessant gefunden hat, so auf seinem eigenen Client-Rechner ab, daß er sie bei Bedarf schnell und einfach wiederfinden kann.