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Keywords: kombinatorische Bibliotheken, in vitro-Evolution, katalytische Nukleinsäuren
In den Vorhaben werden Strategien verfolgt, die zukünftig ein gezieltes
Design von neuen Wirkstoffen ermöglichen sollen. Als Modellsysteme
dienen virale Infektionen und Tumorerkrankungen. Es sollen dabei grundsätzliche
Methoden etabliert werden, die sich später auf beliebige Systeme übertragen
lassen. Aus kombinatorischen Molekül-Bibliotheken konnten bereits
durch in vitro-Evolution funktionelle Nukleinsäuren identifiziert
werden, die mit hoher Affinität an vorgegebene Zielstrukturen binden.
Bei der Entwicklung neuartiger Diagnostika und Wirkstoffe wird allerdings
die Stabilität der hochaffinen Moleküle von ausschlaggebender
Bedeutung sein. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitsziele ist daher
die Präparation von stabilen, modifizierten Nukleinsäuren mittels
chemischer Festphasensynthese. In einer weiteren Zielsetzung wird versucht,
katalytische Nukleinsäuren aus Molekül-Bibliotheken zu identifizieren,
die Proteine oder mRNA-Moleküle spezifisch spalten können. Der
Vorteil neuer Wirkstoffe auf dieser Basis wäre die katalytische und
nicht nur stöchiometrische Inaktivierung von Zielstrukturen.