Proteinchemische Analytik (Peptid-Massenspektrometrie und Edman-Sequenzierung)

Neben den einschlägigen Methoden zur Protein- und Peptidreinigung verfügt unsere Abteilung über modernste Proteinanalytik:

- Peptidmassenspektrometrie (Dr.Peter Franke/ Dr.Mathias Dreger): MALDI-MS (Bruker Reflex) und ESI-MS (Finnigan MAT triple stage quadrupole TSQ 700). Mit beiden Techniken ist auch Peptidsequenzierung (CID und PSD) möglich.

- Chemische Protein-Mikrosequenzierung nach Edman (Dr.Chris Weise): ABI 473A Proteinsequenzer

Vorrangig sind in jedem Fall die Analysen für unsere eigenen Projekte. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen (siehe auch weiter unten). Wir verstehen uns jedoch nicht als Servicegruppe und sind keine kommerziellen Dienstleistungs-Anbieter.

Ansprechpartner: Dr. Chris Weise, Tel. 030-838 56424



Einige Anwendungbereiche:

- Eine Standardanwendung ist die Identifizierung von Proteinen durch Massen-Fingerprints. Bei dieser Methode werden die zu identifizierenden Proteine zunächst im SDS-Gel aufgetrennt; die Proteine werden dann im Gel ("in situ") mit Trypsin verdaut und es wird mit MALDI-MS ein Massenspektrum des erzeugten Peptidgemisches aufgenommen. Danach erfolgt ein Abgleich der experimentell ermittelten Massendaten mit der Protein-Datenbank ("in silico-Spaltung"). Die Methode ist sehr zuverlässig und eignet sich besonders für Organismen, für die bereits zahlreiche Proteinsequenzen bekannt sind oder gar das gesamte Genom sequenziert ist. Die Identifizierung kann nötigenfalls durch die MS-Sequenzierung einzelner Peptide abgesichert werden. - Massen-Fingerprints sind Grundlage der Proteom-Forschung, wo der Gesamtbestand an Proteinen in bestimmten Subkompartimenten erfasst werden soll (1).

Häufig werden Teilsequenzen als Grundlage für Klonierung unbekannter Proteine benötigt. Solche Sequenzen können z.B. durch die N-terminale Sequenzierung vom Blot gewonnen werden. Blotproben zur Sequenzierung können mit Coomassie Blue oder Ponceau Rot angefärbt werden. - N-terminal blockierte Proteine können durch Ermittlung interner Sequenzen nach Spaltung im Gel und HPLC-Trennung der Peptide identifiziert werden (13). In diesem Falle wird eine Ausgangsmenge von ca 200pmol angestrebt.

Die bei uns verwendete Kombination von MS und chemischer Sequenzierung zur Peptidanalyse hilft, Daten von besonders hoher Qualität zu erzeugen. Sie ist von speziellem Nutzen bei der Aufklärung posttranslationaler (2, 6,11) oder chemischer Modifikationen (7,8) oder zur Charakterisierung funktioneller Bereiche von Proteinen wie z.B. spezifischen Bindungsstellen (3,9,12).



Ausgesuchte Publikationen: