Neuerungen zum 1. Januar 1997

1. Steuern

2. Sozialversicherung

3. Mieten (Ost)

4. Verkehr

Postgebühren

Produktbisher DMneu DM
Standardbrief1,001,10
Kompaktbrief2,002,20
Großbrief3,003,00
Maxibrief4,004,40
Postkarte0,801,00
Einschreiben3,504,00
Eilzustellung9,0010,00
Nachnahme3,003,50

Berlin

Änderungen zum 1. Juli 1997

Medikamente werden teurer; die Renten steigen; Besitzer von Autos ohne Kat müssen tiefer in die Tasche greifen

Zum 1. Juli treten zahlreiche Änderungen in Kraft. Kranke müssen sich auf höhere Kosten einstellen. Rentner bekommen teilweise mehr Geld. Verbesserungen gibt es beim Kurzarbeitergeld. Beim Dienstrecht für Beamte werden Leistungskriterien für Besoldung und Aufstieg eingeführt. In der Kraftfahrzeug-Steuer gibt es Vergünstigungen für besonders schadstoffarme Fahrzeuge:

Krankenversicherung

Die Zuzahlung zu Arzneimitteln steigt je nach Packungsgröße auf neun, elf oder 13 Mark, bei Verbandmitteln pro Verordnung auf neun Mark. Im Krankenhaus, bei Anschlußrehabilitation und Mütterkuren muß der Versicherte 17 Mark im Westen beziehungsweise 14 Mark im Osten selbst tragen. Bei Krankenhaus und Anschlußrehabilitation ist die Zuzahlung auf 14 Kalendertage beschränkt. Bei Rettungseinsatz oder einer Fahrt zur stationären Behandlung müssen 25 Mark pro Fahrt zugezahlt werden. Bei Heilmitteln (Krankengymnastik, Massagen) trägt der Versicherte 15 Prozent der Kosten. Bei Zahnersatz und damit verbundener zahnärztlicher Behandlung muß er bei regelmäßiger Vorsorge 45 Prozent, sonst 55 Prozent der Kosten tragen. Alle Mitglieder der Kassen müssen bis 1999 jährlich 20 Mark "Notopfer" für die Instandsetzung der Krankenhäuser überweisen. Zu noch höheren Zuzahlungen kommt es, wenn Krankenkassen ihren Beitragssatz nicht stabil halten. Hebt eine Kasse den Satz an, steigt drei Monate später die Zuzahlung - und zwar um eine Mark pro angehobenem Zehntelprozentpunkt oder, bei prozentualen Zuzahlungen, um einen Prozentpunkt. Bei solchen Erhöhungen erhält der Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und kann mit einer Frist von einem Monat kündigen und die Kasse wechseln.

Renten

Sie werden in Westdeutschland um 1,65 Prozent erhöht. In den neuen Bundesländern beträgt die Erhöhung 5,55 Prozent. Aber nicht jeder Rentner wird einen entsprechenden Erhöhungsbetrag auf seinem Konto finden. In Ostdeutschland werden die Auffüllbeträge weiterhin mit der Rentenanpassung verrechnet. Außerdem wird ab l. Juli für jeden pflichtversicherten Rentner erstmals der individuelle Beitrag zur Krankenversicherung berücksichtigt. Bisher zahlten die Rentner die Hälfte des durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes aller gesetzlichen Krankenkassen. Die andere Hälfte zahlt die Rentenversicherung. Dieser Satz betrug zuletzt in Westdeutschland 13,4 Prozent, in Ostdeutschland 13,3 Prozent. Rentner, deren Kasse einen niedrigeren Satz hat, stehen sich ab 1. Juli besser. Wer seine Kasse wegen des Beitragssatzes verlassen will, muß bis zum 30. September 1997 kündigen.

Kurzarbeiter

Die Geltungsdauer der auf 15 Monate erweiterten Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld wird bis zum 31. März 1999 verlängert.

Beamten-Besoldung

Mit dem Dienstrechtsreform-Gesetz wird für die gut 1,7 Millionen Beamten in Deutschland ein neues Besoldungssystem wirksam. Der bisherige automatische Aufstieg alle zwei Jahre in höhere Dienstaltersstufen entfällt. Künftig steigt derjenige schneller auf, der mehr leistet. Die anderen müssen länger in ihrer bisherigen Stufe ausharren. Gleichzeitig werden Leistungsprämien eingeführt.

Teilzeit: Aus familiären Gründen kann künftig Teilzeitarbeit sogar unterhalb des Stundenvolumens einer halben Stelle vereinbart werden. Den Ländern wird erlaubt, im Rahmen eigener Gesetze Beamte auch von Anfang an nur auf Teilzeitstellen zu beschäftigen.

Kraftfahrzeug-Steuer

Der günstigste Steuersatz für Autos mit Benzinmotor und modernster Abgasreinigung liegt für je 100 Kubikzentimeter Hubraum bei zehn (bisher: 13,20) Mark, für Dieselmotoren bei 27 (37,10) Mark. Ihre Besitzer erhalten auch eine zeitlich befristete Steuerbefreiung. Für rund die Hälfte der Kfz-Halter in Deutschland ändert sich nichts: Sie zahlen weiterhin 13,20 Mark je 100 Kubikzentimeter Hubraum. Zum Teil erheblich teurer werden etwa 13 Millionen Autos, die wegen ihres Schadstoffausstoßes bei Ozonalarm Fahrverbot haben. Für sie steigen die Sätze pro 100 Kubikzentimeter bei Benzinern auf bis zu 41,60 Mark und bei Diesel auf bis zu 65,50 Mark.



Quelle: "Der Tagesspiegel" (Berlin), 1996-12-31, 1997-06-30.
BKi, 1997-01-03, 1997-01-22, 1997-07-07