[galaxy]

H. begegnet drei Irrtümern

Irrtum Nr.1



Die Unmöglichkeit der Vorstellung von Nichts und Allem bildet den Beginn.

Der schäbige, alte Dachboden ist von der Sommersonne aufgeheizt. Obwohl es schon dämmert, ist es schwül unter den bröckeligen Tonziegeln. Es riecht nach altem, ausgetrocknetem Holz und außer einigen Vogelstimmen herrscht Ruhe.

Es ist ein wohliges, geborgenes Gefühl dort oben. Auch wenn, wegen der Wärme, die einzig bequeme Stellung liegend auf dem Rücken ist. Ebenso plaziert starrt H. an die Decke. Sein Blick, unscharf, hat sich in ein altes Spinnennetz verfangen, er hört auf die Ruhe und atmet die Holzluft.

Wie um diese wohlige Situation abzurunden, haben sich seine Gedanken auf eine unendliche Kreisbahn begeben. Sie haben eine Vorstellung gefunden, mit der sie sich beschäftigen können, ohne anderswo zu schaden. So wie spielende Hunde, die sich um einen Ball streiten, in angemessener Distanz zum eigentlichen Ort des Geschehens. Im Eifer ihres Spieles entfernen sich die Hunde mehr und mehr, werden kaum mehr wahr genommen.

Das Spinnennetz hängt und hängt und bewegt sich nicht. Das Vogelzwitschern wird zu einem einzigen Laut im Hintergrund. Die Luft ist so warm wie der Körper selbst, sie ist Geruch. Stille dringt durch Farbe, Ton und Duft. H. nähert sich dem Einen.

------------!!!IIIIÜNG!!! ------------

Eine Kreissäge wird durch Eichenholz getrieben, ein Blitz schlägt in ein Blechfaß, der Teufel selbst kommt um eine dunkle Ecke gerannt. Die Hunde hetzen erschrocken zurück, das Schärfen des Blickes zerreißt die Farbe des Netzes -Adrenalinstoß, Schweiß, Realität.
Draußen hatte jemand nach ihm gerufen.

Irrtum Nr.1, Am Anfang war das Wort.

Irrtum Nr.2


Jürgen Hüttner, Kommerzielle Nutzung nur nach Rücksprache mit dem Autor.