Wer sind eigentlich „wir“? Was machen wir überhaupt? Und was genau ist der Unterschied zwischen uns und anderen Biochemie-Studenten?
Um die letzte Frage zuerst zu beantworten: Es gibt keinen. Gar keinen. Nichts. Nada. Wir sind nicht von irgendwem gewählt worden, zu nichts berufen, sind nicht überdurchschnittlich schlau, haben keine konkreten Aufgaben, sind also nicht wichtiger oder unwichtiger als jede andere Person, die hier am Institut herumläuft.
Aber wir versuchen, etwas für den Studiengang zu tun, rein ehrenamtlich und zu hundert Prozent unbezahlt. Hier ein paar Beispiele, was wir unter anderem machen:
- Einführung der Erstsemestler durch die Orientierungseinheit (OE), meistens in der Woche vor Semesterbeginn. Wir führen die neuen Biochemiker über den Campus, erklären Ihnen, wie das Studium allgemein und hier am Institut funktioniert, statten sie mit dem Stundenplan u.ä. aus. Die weitere Betreuung findet im Rahmen von Mentorengruppen statt.
- Kittelverkauf zu Beginn jedes Semesters. Ja, die Kittel kosten 18.- Euro. Nein, es gibt derzeit kaum welche auf dem Markt, die noch günstiger sind.
- Protokollschrank: Gegen Pfand bekommt ihr alle vorhandenen Protokolle eines Prüfers eurer Wahl, damit Ihr eine bessere Vorstellung von seinen Diploms- oder Vordiplomsprüfungen habt. Wer brav sein eigenes Gedächtnisprotokoll abgibt, bekommt sein Pfand auch anstandslos zurück. Derzeit sind wir bemüht, unseren Vorrat an Diplomsprotokollen zu erweitern.
- Die Studienberatung wird zur Zeit von den Tutoren des Blockpraktikums geleitet. Sie bildet eine studentennahe und oft auch aktuellere Alternative zur professoralen Beratung. Die Studienberater widmen sich allen Euren Problemen innerhalb des Studiums und leiten euch bei schwierigen Fragen bezüglich Anerkennung von Studienleistungen etc. an die entsprechenden Stellen weiter.
- Wir sind in vielen Fällen eine gute Zentrale für Informationen über den Fachbereich Biologie-Chemie-Pharmazie und auch über die neuesten Entwicklungen in der Universität. Nach Möglichkeit sind wir bei den StuPa-, Fachbereichsrats- und Institutsratssitzungen dabei, sprechen mit Professoren, der Prüfungskommission, usw. Das Wichtigste versuchen wir auf unserer Homepage zu veröffentlichen, aber auch sonst lohnt sich eine Nachfrage an uns immer, wenn ihr etwas über den Studiengang wissen wollt.
- Nicht zuletzt engagieren wir uns gegen die Kürzungen im Studiengang, die uns seit den Sparauflagen des Senats immer wieder drohen. Dahinter steckt nicht der Gedanke „Kürzen ja, aber bloß nicht bei uns!“, sondern die Überzeugung, dass die Biochemie nicht einfach nur ein Teilbereich der Chemie ist, sondern eine selbständige Wissenschaft und ein eigener Studiengang und daher mehr Zuwendung bedarf als andere Bereiche am Institut. Zudem sind die momentanen Studienbedingungen – wie ihr wisst – ohnehin so schwierig, dass der Wegfall weiterer Stellen katastrophal wäre.
Konkret bedeutet unser Engagement, dass wir Gespräche mit der Instituts- und Fachbereichsleitung führen, mit dem Präsidium über die Situation im Studiengang Biochemie sprechen und wichtige Größen der BioRegion Berlin-Brandenburg als Fürsprecher gewinnen wollen. Das Ziel dieser Bemühungen ist:
- die Verhinderung weiterer Kürzungen am Studiengang Biochemie
- die Gründung eines Instituts für Biochemie, um in Zukunft eine institutionelle Vertretung des Studiengangs sicherzustellen, die selbständiger als bisher über ihre Personalplanung verfügen kann.
Letzteres klingt als Ziel ziemlich hoch gegriffen, ist es aber nicht. Die einzige Hürde ist nämlich die Zustimmung des Fachbereichsrats. Dabei verpflichten wir uns – in dieser Sache wie in unserer gesamten Arbeit –, uns niemals gegen die Studenten der Chemie zu stellen! Unsere Forderung nach Abgrenzung hat mit der Verwaltung der Studiengänge zu tun, und sonst nichts. Eine gute Atmosphäre zwischen Chemikern und Biochemikern ist für uns genauso wichtig wie das Studium selbst.
Wem das jetzt alles zuviel Arbeit ist, der sei beruhigt: Hier macht nicht jeder alles. Es gibt keine Ämter, und wer einfach nur dabei sein und zuhören möchte, der macht das. Wichtig ist uns, dass sich jeder willkommen fühlt, abends bei einer Sitzung der Fachschaft vorbeizuschauen. Und jede helfende Hand und jeder denkende Kopf ist herzlich dazu eingeladen, sich anzuschließen!
Aktuell arbeiten knapp 30 Studierende aus verschiedenen Semestern des Diplom- und des Bachelorstudienganges in der FSI Biochemie mit. Je mehr helfende Hände wir sind, desto mehr Aufgaben können wir stemmen!
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