Der Hinweg - Freitag, der Vierzehnte

Ich esse meine Haferflocken und gehe in den Tag, der blass zu werden verspricht. Ich habe vor, nicht viel Aufhebens zu machen, ich werde meinen Sand in aller Stille schaufeln, ohne kundzutun, wieviel ich damit „voranbringe". Ich erwarte keine Einladung zum Kaffee. Ich werde keine Zigarette rauchen. Ich werde mich zeitig davonschleichen, ohne weitere Erläuterungen. Ich werde mich verziehen wie der Rauch.

Ich werde mein weißes Hemd anziehen und mich in den Zug setzen. Ich bin zuversichtlich. Der Zug wird alle Kurven meistern und er wird auch wissen, unter welchen Brücken er durch und über welche er drüber muss. Nur das Mittelmaß brächte den Tod.

Der Zug fährt in die Zukunft. Es ist ein sehr schneller Zug, hinter Fulda wird er die Gegenwart überholen.

Die Fabrikarbeiterin wird mich am Bahnhof abholen und wir werden nach Hause fahren und uns durch die Haare fahren wie der Zug durch die Nacht und wir werden uns lieben.

Der Rückweg - Sonntag, der Sechzehnte

Der Zug durchmisst den Raum. Ich blicke aus meinem Buch auf und sehe in die Landschaft: Ich sehe in der Milde des Abends ein Menschenpaar am Feldrain auf einem staubigen Weg. Die beiden sind sich gnädig, und die Natur ist ihnen gut (oder umgekehrt). Sie gehen Hand in Hand. Sie gehen ohne Eifer im Glück. In dem Bild wohnt kein Arg. Die beiden sind wir. Ich sehe aus meinem Buch auf und sehe uns durch die Landschaft gehen und freu mich über uns. - Das Buch stimmt nicht.