die zweite zeile wird in zukunft in jedem brief an dich fehlen. weil doch die welt schon so voll ist und der mensch doch einen spiel-raum braucht.

fuer deinen anruf vielen dank. ich habe mich gefreut. fünfzehn minuten mit samson, welch ein rekord, dabei kann ich es doch so fürchterlich schlecht, das telefonieren nämlich, du merkst es ja, entweder sag ich gar nichts oder ich quassel, ich dussel, oder ich sag sachliche dinge (!), alles gleich schrecklich, und dann stört es mich, dass ich nichts riechen kann beim telefonieren, da wird man mit dem klang einer stimme geködert und die sinne werden geweckt, aber man riecht nicht, es könnte nach sonstewas riechen bei dir, nach maggi oder sebamed oder zitronenmelisse oder kolibris, dabei fällt mir ein, dass ich doch gar nicht weiss, wie kolibris riechen, und ich würde es nicht merken, und sehen kann ich auch nichts, nicht den kranz in der iris und nicht die flimmerhärchen.

schreiben ist nicht dasselbe, schreiben ist von vorneherein und in jeder hinsicht, und vielleicht geht es ja darum mit dem computer so gut,  ent-sinnlicht, es zählen allein die worte - die worte, eine abstraktion, die abstraktion;

manchmal find ich schöne kleine worte, wie plattgefahrene kupfermünzen auf einer grossen kreuzung, so von der art - heute nicht: wahrscheinlich hat keiner welche verloren. zu den grösseren worten, den magischen, fehlt mir meist der mut. so auch heute.

was wollte ich sagen? wollte ich was sagen?
ach ja:
die zigeuner sagen paparuga.
die türken sagen kelebek.
und ich sage gar nichts.
weil alles, was zu sagen wäre, schon in der zweiten zeile steht.
 

(aus "das ende vom anfang der immerwährenden verzauberung der dreizehnten fee")